Was ist dieses Dokument?

Diese Prompt-Sammlung richtet sich an betroffene Eltern, Ombudschaften und Beistände, die KI-Tools nutzen möchten, um juristische Sachverhalte besser zu verstehen, Schreiben vorzubereiten oder ihre Rechte im Jugendhilfeverfahren zu kennen. Die Prompts sind sofort einsatzbereit — einfach kopieren, Platzhalter ersetzen und in das KI-Tool Ihrer Wahl einfügen.

Geeignet für: ChatGPT (kostenlose Version), Claude.ai, Gemini, Copilot, Perplexity — und für OmbudsLex.AI (lokale DSGVO-konforme KI von elternbleiben.nrw).

⚠️ Wichtiger DSGVO-Hinweis: Geben Sie niemals echte Namen, Aktenzeichen, Adressen oder andere persönliche Daten in öffentliche KI-Tools (ChatGPT, Claude etc.) ein. Verwenden Sie stets Platzhalter wie [Kind], [Mutter/Vater], [Jugendamt Stadt X]. Für datenschutzkonforme Verarbeitung mit Echtdaten steht OmbudsLex.AI zur Verfügung.
1 Das KARF-Prinzip: Wie ein guter Prompt aufgebaut ist

Jeder Prompt wird besser, wenn er vier Bausteine enthält. Merkhilfe: KARF

KKontext
Worum geht es?
AAufgabe
Was soll die KI tun?
RRolle
Als wer soll sie antworten?
FFormat
Wie soll die Antwort aussehen?
Beispiel KARF-Prompt
[K] Ich bin Mutter von zwei Kindern und habe Post vom Jugendamt erhalten. [A] Erkläre mir, welche Rechte ich als Elternteil im Jugendhilfeverfahren habe. [R] Antworte als erfahrener Sozialrechtler in einfacher, verständlicher Sprache. [F] Antworte in einer nummerierten Liste mit maximal 7 Punkten.
2 Nützliche Prompt-Befehle auf einen Blick
Befehl (einfach voranstellen)Was er bewirkt
ACT AS [Rolle]:KI übernimmt eine Perspektive, z. B. „ACT AS erfahrene Ombudsperson im Jugendhilferecht:"
ELI5:Erkläre es so einfach, dass ein Kind es versteht
TLDR:Fasse die wichtigsten Punkte kurz zusammen
CHECKLISTE:Gib das Ergebnis als abhakbare Checkliste aus
SCHRITT FÜR SCHRITT:Erkläre jeden Schritt einzeln und in Reihenfolge
GEGENPRÜFUNG:Prüfe deine eigene Antwort auf mögliche Fehler oder Lücken
3 Meine Rechte kennen — SGB VIII verstehen
📖 Prompt 1: SGB VIII-Grundlagen einfach erklärt
Anwendungsfall: Erste Orientierung im Jugendhilferecht
Bereit zum Kopieren:
ACT AS erfahrener Sozialrechtler mit Schwerpunkt SGB VIII: Erkläre mir als betroffenen Elternteil die wichtigsten Grundprinzipien des SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz). Ich möchte verstehen: - Was ist das Ziel des SGB VIII? - Welche Rechte haben Eltern gegenüber dem Jugendamt? - Was ist der Unterschied zwischen Hilfe zur Erziehung (§§ 27 ff. SGB VIII) und Inobhutnahme (§ 42 SGB VIII)? SCHRITT FÜR SCHRITT, in einfacher Sprache, ohne Juristenjargon. Am Ende: eine CHECKLISTE mit meinen wichtigsten Rechten als Elternteil.

💡 Tipp: Wenn Sie einen konkreten Paragraphen nicht verstehen, können Sie hinzufügen: „Erkläre mir auch § [Nummer] SGB VIII in einem Satz."

📖 Prompt 2: Hilfeplan-Rechte verstehen (§ 36 SGB VIII)
Anwendungsfall: Vorbereitung auf ein Hilfeplangespräch
ACT AS Ombudsperson im Jugendhilferecht: Ich habe in Kürze ein Hilfeplangespräch mit dem Jugendamt. Das Kind heißt in diesem Beispiel [Kind], ich bin [Mutter/Vater]. Erkläre mir: 1. Welche Rechte habe ich als Elternteil beim Hilfeplan nach § 36 SGB VIII? 2. Was muss ich dem Hilfeplan zustimmen, was nicht? 3. Welche Fragen sollte ich im Gespräch stellen? 4. Wie dokumentiere ich das Gespräch richtig? Format: strukturierte Antwort mit Zwischenüberschriften. Am Ende drei konkrete Formulierungsvorschläge, was ich sagen kann, wenn ich einer Maßnahme nicht zustimmen möchte.
4 Jugendamts-Handeln prüfen lassen
🔍 Prompt 3: Behördenentscheidung einordnen lassen
Anwendungsfall: Überprüfung einer Maßnahme oder Ablehnung
ACT AS kritischer Sozialrechtler, der Behördenentscheidungen am Maßstab des SGB VIII prüft: Das Jugendamt [Stadt X] hat folgende Entscheidung getroffen (kein Klarname, keine echten Daten): [Hier den Sachverhalt in neutraler Sprache beschreiben] Prüfe bitte: 1. Auf welche Rechtsgrundlage im SGB VIII könnte sich das Jugendamt stützen? 2. Welche Rechte habe ich als Elternteil, dieser Entscheidung zu widersprechen? 3. Welche Verfahrensrechte (Anhörung, Akteneinsicht, Begründungspflicht) bestehen? 4. Ist die Entscheidung nach deiner Einschätzung rechtlich plausibel — und wo könnten Schwachstellen liegen? GEGENPRÜFUNG: Nenne am Ende drei mögliche Schwächen deiner eigenen Analyse. Hinweis: Ich brauche eine Orientierungshilfe, keine abschließende Rechtsberatung.

💡 Wichtig: Beschreiben Sie den Sachverhalt ohne echte Namen — z. B. „Die Mutter" statt dem echten Namen, „Jugendamt Stadt X" statt dem echten Ortsnamen.

🔍 Prompt 4: Begründungspflicht und Formfehler prüfen
Anwendungsfall: Wenn ein Bescheid keine oder unzureichende Begründung enthält
ACT AS Verwaltungsrechtler mit Schwerpunkt Sozialverwaltungsverfahren (SGB X): Ich habe einen Bescheid vom Jugendamt erhalten. Der Bescheid [enthält keine Begründung / hat eine sehr kurze Begründung / nennt keine Rechtsgrundlage]. Erkläre mir: 1. Was schreibt § 35 SGB X (Begründungspflicht) vor? 2. Was bedeutet § 24 SGB X (Anhörungspflicht) — wurde sie hier eingehalten? 3. Welche konkreten Fehler kann ein Bescheid haben, die ihn angreifbar machen? 4. Was sind meine nächsten möglichen Schritte (Widerspruch, Untätigkeitsklage, Dienstaufsichtsbeschwerde)? CHECKLISTE: Gib am Ende eine Checkliste aus mit dem Titel „Formfehler-Check — Mein Bescheid".
5 Akteneinsicht — Mein Recht auf Informationszugang
📂 Prompt 5: Akteneinsicht vorbereiten
Anwendungsfall: Antrag auf Akteneinsicht beim Jugendamt stellen
ACT AS Ombudsperson und Beistand nach § 13 SGB X: Ich möchte beim Jugendamt Akteneinsicht nach § 25 SGB X beantragen. Erkläre mir: 1. Was genau steht im § 25 SGB X — worauf habe ich Anspruch? 2. Was kann das Jugendamt verweigern — und was nicht? 3. Wie stelle ich den Antrag am besten (mündlich, schriftlich, welche Formulierung)? 4. Was tue ich, wenn das Jugendamt den Antrag ignoriert oder ablehnt? Erstelle dann einen Muster-Antrag als Textbaustein, den ich in meinem eigenen Namen anpassen und abschicken kann. Verwende im Muster nur Platzhalter: [Mein Name], [Aktenzeichen, falls bekannt], [Jugendamt Stadt X], [Datum]. Am Ende: kurze TLDR-Zusammenfassung in 3 Sätzen.
6 Inobhutnahme — Wenn das Jugendamt ein Kind herausnimmt
🚨 Prompt 6: Was ist eine Inobhutnahme — meine Rechte
Anwendungsfall: Erste Orientierung nach einer erfolgten oder drohenden Inobhutnahme
ACT AS erfahrener Sozialrechtler und Familienrechtler: Das Jugendamt hat mein Kind in Obhut genommen (§ 42 SGB VIII) oder droht damit. Erkläre mir sofort und klar: 1. Unter welchen genauen Voraussetzungen darf das Jugendamt nach § 42 SGB VIII handeln? 2. Was sind meine Rechte in den ersten 24 / 48 Stunden? 3. Welche Fristen gelten (familiengerichtliche Genehmigung, mein Widerspruchsrecht)? 4. Welche Stellen kann ich sofort kontaktieren (Ombudsstelle, Anwalt, Familiengericht)? 5. Was sollte ich NICHT tun, um die Situation nicht zu verschlechtern? SCHRITT FÜR SCHRITT, in klarer Sprache. CHECKLISTE: „Was ich jetzt sofort tun kann" — maximale 7 Punkte. Hinweis: Ich benötige eine erste Orientierung, keine endgültige Rechtsberatung. Ich werde zusätzlich anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

💡 Bei einer laufenden Inobhutnahme: Kontaktieren Sie parallel sofort eine Ombudsstelle und einen auf Familienrecht spezialisierten Anwalt. KI ersetzt keine anwaltliche Soforthilfe.

🚨 Prompt 7: Kindeswohlgefährdung — Was das wirklich bedeutet
Anwendungsfall: Das Jugendamt spricht von „Kindeswohlgefährdung" — was steckt dahinter?
ACT AS kritischer Sozialwissenschaftler und Familienrechtler: Das Jugendamt hat den Begriff „Kindeswohlgefährdung" verwendet. Ich möchte verstehen, was das rechtlich bedeutet. Erkläre mir: 1. Was ist der rechtliche Begriff „Kindeswohlgefährdung" nach § 8a SGB VIII und § 1666 BGB? 2. Wer entscheidet darüber — und nach welchen Kriterien? 3. Was ist der Unterschied zwischen einer Gefährdung, einem Verdacht und einem Risiko? 4. Welche Schritte muss das Jugendamt laut Gesetz durchlaufen, bevor es handeln darf? 5. Wie kann ich als Elternteil meine Sicht dokumentieren und einbringen? GEGENPRÜFUNG am Ende: Welche Gegenargumente könnte das Jugendamt bringen?
7 Umgang, Sorgerecht und Kommunikation mit dem Jugendamt
🗣️ Prompt 8: Umgangsrecht einfordern (§ 1684 BGB)
Anwendungsfall: Wenn Umgang mit dem Kind eingeschränkt oder verweigert wird
ACT AS Familienrechtler mit Schwerpunkt Umgangsrecht: Mein Umgang mit meinem Kind [wird eingeschränkt / findet nicht statt / wird vom anderen Elternteil verweigert]. Erkläre mir: 1. Was sagt § 1684 BGB zum Umgangsrecht? 2. Welche Rolle spielt das Jugendamt beim Umgang — und welche Pflichten hat es? 3. Welche Möglichkeiten habe ich, wenn der Umgang nicht stattfindet? 4. Was ist ein „begleiteter Umgang" — wann wird er angeordnet und was bedeutet das für mich? 5. Was ist mein erster Schritt, wenn ich Hilfe beim Umgang brauche? Format: strukturierte Antwort. Am Ende drei konkrete Formulierungen, die ich gegenüber dem Jugendamt verwenden kann.
🗣️ Prompt 9: Brief an das Jugendamt vorbereiten
Anwendungsfall: Schreiben an das Jugendamt formulieren
ACT AS Ombudsperson und Formulierungshelfer: Ich möchte einen sachlichen Brief an das Jugendamt schreiben. Mein Anliegen ist: [Hier das Anliegen neutral beschreiben, ohne echte Namen] Erstelle drei Varianten des Briefes: - Variante A: sachlich-neutral (für einen ersten Kontakt) - Variante B: deeskalierend und kooperativ (wenn die Beziehung angespannt ist) - Variante C: klar und fordernd (wenn ich auf eine Rechtsverletzung hinweise) Verwende nur Platzhalter: [Mein Name], [Jugendamt Stadt X], [Aktenzeichen], [Datum]. Kein Briefkopf, keine anwaltlichen Formeln. Ich versende in meinem eigenen Namen. Hinweis am Ende jedes Briefes: Welche Fristen sollte ich beachten?
8 Beschwerde und Rechtsbehelfe
📝 Prompt 10: Meine Beschwerdewege kennen
Anwendungsfall: Orientierung über alle Beschwerdemöglichkeiten
ACT AS Ombudsperson mit Kenntnissen im Verwaltungs- und Sozialrecht: Ich bin mit dem Handeln des Jugendamts [Stadt X] nicht einverstanden. Erstelle eine Übersicht aller Beschwerdemöglichkeiten mit folgenden Informationen: - Name des Rechtsbehelfes / der Beschwerdestelle - Zuständigkeit - Fristen (soweit gesetzlich bestimmt) - Wann ist dieser Weg sinnvoll? - Was passiert danach? Beziehe ein: Widerspruch nach SGB X, Dienstaufsichtsbeschwerde, Beschwerde beim Landesjugendamt NRW, Ombudsstelle nach § 9a SGB VIII, Petition, familiengerichtliches Verfahren. Format: übersichtliche Tabelle, danach kurze TLDR-Empfehlung in 3 Sätzen.
9 Fortgeschrittene Prompt-Techniken für Geübte
⚡ Reverse Prompting — Die KI optimiert Ihren Prompt selbst
Wenn Sie nicht wissen, wie Sie anfangen sollen:
Du bist ein Experte für Prompt Engineering im Bereich Sozialrecht. Erstelle den optimalen Prompt, um folgendes zu erreichen: [Ihr Ziel in einem Satz]. Gib mir dann den fertigen Prompt, den ich direkt verwenden kann.
⚡ Verification Loop — Die KI prüft sich selbst
Ergänzen Sie jeden wichtigen Prompt am Ende mit:
Identifiziere anschließend drei mögliche Schwächen deiner eigenen Antwort und überprüfe, ob sie berechtigt sind. Korrigiere deine Antwort entsprechend.

💡 So erhalten Sie ausgewogenere und verlässlichere Antworten.

⚡ Mehrere Perspektiven einholen
Simuliere eine Diskussion zwischen drei Fachleuten über folgendes Anliegen: [Ihr Anliegen]. Die drei Perspektiven sind: 1. Eine erfahrene Sozialarbeiterin beim Jugendamt 2. Ein Familienrechtler 3. Eine Ombudsperson nach § 9a SGB VIII Was würde jede Person betonen? Wo sind sie sich einig, wo nicht? Was empfehlen sie mir?

🔒 DSGVO-Sicherheitsleitfaden für KI-Nutzung

Was Sie niemals in ChatGPT, Claude oder andere Online-KI eingeben dürfen:

  • Echte Namen (Kind, Elternteile, Fachkräfte)
  • Echte Aktenzeichen (Muster: 1 F 123/24)
  • Adressen und Geburtsdaten
  • Inhalte aus dem Gerichtsverfahren mit konkreten Falldetails
  • Gutachteninhalte oder psychiatrische Befunde

Das dürfen und sollen Sie verwenden:

  • Platzhalter: [Kind], [Mutter], [Vater], [Jugendamt Stadt X]
  • Abstrakte Sachverhaltsbeschreibungen ohne Identifikatoren
  • Allgemeine Fragen zu Rechtsgrundlagen und Verfahren
  • Muster-Formulierungen mit Platzhaltern

Für die Arbeit mit echten Falldaten steht OmbudsLex.AI zur Verfügung — eine lokale KI, bei der Ihre Daten den Rechner nicht verlassen.