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Die IRIS-Strategie aus kess-erziehen®: Wie gelingt emotionale Sicherheit im Gespräch mit dem Kind?

Kurzantwort

Die IRIS-Strategie aus dem Konzept kess-erziehen® ist eine Methode, um emotionale Sicherheit in Gesprächen zu fördern. Bei elternbleiben.nrw übertragen wir sie auf Coaching, Beratung und Training – und auf den Alltag getrennt erziehender Eltern, in dem jedes Gespräch schneller kippt als in Familien ohne Trennungsgeschichte.

Wofür stehen die vier Buchstaben von IRIS?

  • I – Innere Haltung
  • R – Rahmen setzen
  • I – Interesse zeigen
  • S – Sich mitteilen

Die Reihenfolge ist kein Zufall. Wer den Rahmen setzt, bevor die eigene Haltung steht, setzt ihn im Affekt. Und wer sich mitteilt, ohne vorher Interesse gezeigt zu haben, wird nicht gehört.

Was bedeutet „Innere Haltung“ in der Praxis?

Wertschätzung und Gelassenheit bewahren – auch dann, wenn das Kind gerade wütend ist, weil es nicht länger spielen darf.

  • Selbstregulation: Atmen Sie tief durch, bevor Sie reagieren. Die Sekunde dazwischen entscheidet.
  • Empathie zeigen: „Ich sehe, dass du richtig enttäuscht bist.“
  • Nicht bewerten: Vermeiden Sie Sätze wie „Stell dich nicht so an.“

Wie setze ich einen klaren und zugleich liebevollen Rahmen?

Beispiel: Das Kind will trotz Schlafenszeit weiterspielen.

  • Kurz und klar formulieren: „Es ist Zeit, ins Bett zu gehen.“
  • Wahlmöglichkeiten bieten: „Möchtest du noch eine Geschichte hören oder gleich schlafen?“
  • Freundlich, aber bestimmt bleiben: „Ich verstehe, dass du weiterspielen möchtest. Jetzt ist aber Schlafenszeit.“

Ein Rahmen, über den verhandelt wird, ist kein Rahmen. Die Wahl liegt innerhalb der Grenze, nicht über sie.

Wie zeige ich echtes Interesse?

Beispiel: Das Kind erzählt begeistert von seinem Tag.

  • Aktiv zuhören: „Erzähl mir mehr davon!“
  • Offene Fragen stellen: „Was hat dir heute am meisten Spaß gemacht?“
  • Auf Augenhöhe kommunizieren: Blickkontakt halten, nicht nebenbei aufs Handy schauen.

Wie teile ich eigene Gefühle und Bedürfnisse mit?

Beispiel: Das Kind räumt nicht auf, obwohl Sie mehrfach darum gebeten haben.

  • Ich-Botschaften verwenden: „Ich ärgere mich, wenn das Spielzeug herumliegt, weil ich mir wünsche, dass wir es gemeinsam schön haben.“
  • Lösungen vorschlagen: „Lass uns Musik anmachen und aufräumen, dann macht es mehr Spaß!“
  • Positiv verstärken: „Super, dass du deine Bausteine schon aufgeräumt hast!“

Warum ist IRIS für getrennt erziehende Eltern besonders hilfreich?

Weil in zwei Haushalten jedes Gespräch eine Nebenbedeutung bekommen kann. Ein „Bei Mama darf ich das“ ist keine Kritik an Ihnen – es ist eine Beobachtung des Kindes. IRIS hilft, darauf zu antworten, ohne den anderen Haushalt zu bewerten: innere Haltung halten, eigenen Rahmen benennen, Interesse an der Sicht des Kindes zeigen, das eigene Bedürfnis mitteilen.

Kinder kommen mit zwei unterschiedlichen Erziehungsstilen besser zurecht als häufig angenommen – solange jeder Stil in sich stimmig ist.

Was bewirkt die Strategie beim Kind?

Emotionale Sicherheit. Das Kind erlebt sich als verstanden, respektiert und wertgeschätzt – auch dann, wenn es gerade nicht bekommt, was es will. Genau diese Unterscheidung ist der Kern: Grenzen und Zuwendung sind kein Gegensatz.

Wo bekomme ich Unterstützung für eine konkrete Situation?

Über elternbleiben.nrw. Beschreiben Sie die Situation in wenigen Sätzen – was vorher geschah, was gesagt wurde, was danach passierte. Aus diesen drei Angaben lässt sich meist erkennen, an welcher der vier Stellen es hakt.

Einordnung und Grenzen dieses Beitrags

kess-erziehen® ist ein Bildungsangebot und keine Therapie. Bei Verdacht auf eine Entwicklungs- oder Traumafolgestörung gehört die Abklärung in fachliche Hände. Die hier dargestellte Auslegung von IRIS ist unsere Interpretation im Kontext von Coaching, Beratung und Training.

Quellen und weiterführende Angebote

  • kess-erziehen.de – Konzept, Kurse und Ausbildungen
  • § 16 SGB VIII – Allgemeine Förderung der Erziehung in der Familie
  • § 1631 Abs. 2 BGB – Recht des Kindes auf gewaltfreie Erziehung

#SDG10 #SDG16 #verantwortungsgemeinschaft #elternbleiben

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